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Sonntag, 22. Mai 2011

Ist ein Blackout im Winter 2011/12 realistisch?

Umwelt- und Energiepolitiker von SPD und Grünen schätzen die Gefahr eines weitflächigen Stromausfalls in Deutschland gering ein. Spekulationen über einen drohenden Blackout bezeichnete Grünen-Fraktionschef Trittin als „hochgradig unseriös“. „Es wird nach unserer Auffassung keine Probleme geben.“ (zitiert in: Berliner Morgenpost, 22.05.11)
Die vier Netzfirmen Amprion, Tennet, 50hertz und EnBW-Netze hatten im Laufe der vergangene Woche bei einem Krisentreffen im Bundeswirtschaftsministerium ein Papier vorgelegt. Sie stellen in einer gemeinsamen Erklärung fest, dass, wenn nur die im Zuge des Atom-Moratoriums stillgelegten Alt-Meiler weiter vom Netz blieben, an kalten Wintertagen in Süddeutschland etwa 2000 Megawatt Leistung fehlten. „Eine eigenständige Versorgung der Kunden ist dann ernsthaft gefährdet.“ Mit einer zuverlässigen Versorgung aus den Niederlanden und Frankreich sei wegen möglicherweise fehlender Kapazitäten bzw. wegen Eigenbedarfs nicht zu rechnen.
Die Analyse der Netzbetreiber basiert auf der Abschaltung von 8000 Megawatt Leistung, also etwa der Leistung, der im Moratorium stillgelegten sieben Altmeiler. Wegen Wartungsarbeiten sind zur Zeit nur vier Meiler am Netz. Diese Lage wird als kritisch, aber noch beherrschbar eingestuft, da im Sommer weniger Strom verbraucht, mehr Sonnenstrom erzeugt und zugleich Energie importiert wird. (Netzbetreiber schlagen Alarm: "Im Winter droht Blackout", in: Reuters, 22.05.11)

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